SANTIAGO DE COMPOSTELA

6:30 Uhr Abmarsch ­čśČ
Wir sind total fr├╝h gestartet. Kathrin hat morgen fr├╝h ihren R├╝ckflug nach Deutschland und somit m├╝ssen (­čśü) wir es heute nach Santiago schaffen ... um 12:00 Uhr in die Pilgermesse zu gehen. Also gesagt, getan. 5:45Uhr aufgestanden und fertig gemacht( im wahrsten Sinne des Wortes ­čśČ) und wir sind los . Nat├╝rlich war es Stock finstere Nacht und Kathrin ist mit Stirnlampe voraus gegangen, Christian in der Mitte und ich mit Stirnlampe als R├╝cklicht hinten. So sind wir 3,5 km ├╝ber die vielbefahrene Landstra├če und dann in den Wald eingebogen. Das war auch eine Erfahrung die man mal machen muss­čśČ Wer mich kennt, wei├č dass ich Nachtblind bin und das wahrlich eine Mut-und Geduldsprobe f├╝r mich war. Ungef├Ąhr 8:30 Uhr ist es dann hell Geworden und somit einfacher zu laufen. In Windeseile laufen wir Richtung Santiago. Man merkt richtig wie aufgeregt wir (ich vor allem!) sind. Meine Schritte werden immer schneller und mich zieht es hin zum Ziel. Der Weg verlangte aber auch diesmal alles von mir ab. Es ist eiskalt und trotz Berg auf& ab, frieren wir. Auf den Monte Del Gozo ( der Berg mit Aussicht auf Santiago) machen wir eine kurze Fr├╝hst├╝ckspause und gehen danach eifrig weiter. Als wir Santiago erreichen kann es keiner von uns es so richtig fassen... Es ist noch ein langer Weg bis zum Kathedralsplatz und deswegen eilen wir voran. Pl├Âtzlich (lang ersehnt) sieht man die T├╝rme der Kathedrale zwischen den H├Ąusern der Altstadt aufragen und im Bauch beginnt eine Vorfreude... Nach einiger Zeit erreiche ich (wir) den Kathedralsplatz und es IST ├ťBERW├äLTIGEND!!!!!! Ich schreie, rufe "yes!"und bin unheimlich stolz, ger├╝hrt, ergriffen, traurig, gl├╝cklich..,. Es ist ein wahnsinniges Gef├╝hl. Das kann man nicht beschreiben. Das versteht man nur wenn man es selbst erlebt hat. Trotz der Strapazen, Entbehrungen, der traurigen Momente, des Hoffen und Bangens, der Schmerzen, der Einsamkeit, der vielen Sorgen, des Tr├Ąnen vergie├čens, bin ich so gl├╝cklich wie noch nie zuvor in meinem Leben.┬á
Der Wille hat ├╝ber den K├Ârper gesiegt. Ich hab es geschafft. Auch wenn ich in mancher Minute aufgeben wollte und es satt hatte, m├╝de& einsam war und viele Lieben vermisste, habe ich es durchgezogen und bin tats├Ąchlich in den letzten 10 Wochen (Ca) 966km zu Fu├č gelaufenÔÇ╝´ŞĆÔÇ╝´ŞĆÔÇ╝´ŞĆ WAHNSINN┬á
Ich bin mehr als stolz und glücklich. 
Es ist einfach alles ( fast) perfekt. Die Sonne scheint, wir sind p├╝nktlich und k├Ânnen noch Fotos machen. Treffen Theo und Dennis, k├Ânnen unsere Rucks├Ącke an der Hotelrezeption abgeben und sind noch p├╝nktlich zur Pilgermesse und das Weihrauch-F├Ąsschen wird auch geschwenkt. Was will man mehr? Ja, was? F├╝r meine engsten Vertrauten: Ihr wisst was ich mir mehr, als das, w├╝nsche. Nur leider hat man (Frau­čśČ) keinen Einfluss darauf. Wenn ich Eines hier auf dem Camino gelernt habe, dann ist es wie Daggi immer so sch├Ân sagt: "vertraue & gehe" Und das versuche ich. Es gelingt mir nicht immer, aber immer ├Âfter und vielleicht werden all meine Gebete erh├Ârt?! Ich m├Âchte keine Minute missen und doch vermisse ich Einiges und Einige.┬á
Ich habe viele Tr├Ąnen vergossen und ich hab immer noch welche ├╝brig­čśČ

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Kommentare: 4
  • #1

    Xaver (Mittwoch, 12 Oktober 2016 07:37)

    Vielleicht geht der Wunsch auch noch in Erf├╝llung

  • #2

    (Mittwoch, 12 Oktober 2016 14:23)

    Ach das hast du alles sch├Ân geschrieben. Da ist man gleich mit im Fieber

  • #3

    Andrea (Donnerstag, 13 Oktober 2016 19:46)

    Sehr ergreifend

  • #4

    Andrea (Donnerstag, 13 Oktober 2016 19:48)

    Wir sind unglaublich stolz auf dich